Studieren mit Behinderung

Eine Behinderung kann sich vielfältig auswirken – von körperlichen Leiden, die einen Menschen an den Rollstuhl fesseln über Taubstummheit oder Blindheit – die Behinderungen reichen sehr weit. Aber auch behinderten Menschen steht natürlich ein Studienplatz zu und obwohl diese Zielgruppe von den Unis lange Zeit vernachlässigt wurde, hat sich doch gerade in den letzten Jahren hier einiges getan. Dennoch tun Studenten mit Behinderung gut daran, ihr Studium rechtzeitig zu planen.

Die richtige Hochschule finden

Zunächst gilt es natürlich, die richtige Hochschule zu finden. Sie muss den Zutritt auch mit einem Rollstuhl erlauben, ausreichend große Flächen in den Hörsälen bereit halten und natürlich Fahrstühle. Einige Hochschulen bieten noch mehr Möglichkeiten:

  • Verleih von PCs oder Laptops mit Braille-Zeile
  • Verleih von Braille-Druckern
  • Assistenten und Dolmetscher für die behinderten Studenten

Welche Hochschule was anbietet, sollte im Vorfeld geklärt werden. Der jeweilige „Beauftragte für die Belange der Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten“ an der Uni kann Auskunft dazu geben, welche Hilfestellungen seitens der Uni geboten werden. Außerdem kann über einen Härtefallantrag ein schnellerer Start ins Studium ermöglicht werden. Voraussetzung dafür ist, dass aufgrund der Behinderung keine längere Wartezeit auf den Studienplatz in Kauf genommen werden kann.

Finanzielle und andere Unterstützungen

Wer mit Behinderung studieren will, der braucht in der Regel mehr Zeit und kann sich das eigene Budget durch Nebenjobs nur bedingt oder auch gar nicht aufbessern. Deshalb gibt es einige finanzielle Hilfeleistungen. Das BaföG kann unter bestimmten Umständen genauso über die Höchststudiendauer hinaus gezahlt werden. Ebenfalls können anrechenbare Einkommen mit höheren Freibeträgen versehen werden. Krankenversicherung, Staat und andere Versicherungen können für zusätzlich entstehende Kosten aufkommen und die Studiengebühren werden für Studenten mit Behinderung oft außen vor gelassen.

Ferner sind die Hochschulen dazu verpflichtet, einen Nachteilsausgleich zu schaffen. Für Studenten, die aufgrund ihrer Behinderung nicht so schnell lesen oder schreiben können, wie ihre Kommilitonen werden beispielsweise längere Prüfungszeiten festgelegt. Das gilt sogar, wenn die Zusammenarbeit mit einem Dolmetscher notwendig wird. Ebenfalls kann die schriftliche durch eine mündliche Prüfung und umgekehrt ersetzt werden, wenn dies aufgrund der Behinderung nötig erscheint.

Die richtige Wohnung

Auch das Wohnen ist im Studium mit Behinderung nicht ganz einfach. Viele Wohnheime sind nicht behindertengerecht ausgestattet oder beherbergen nur sehr wenige behindertengerechte Zimmer. So sollten Studenten mit Behinderung sich frühzeitig um eine passende Wohnung kümmern. Kann im Wohnheim kein Platz mehr ergattert werden, sollten sich angehende Studenten an die Stadtverwaltung wenden.